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ZDF / RBB: Breit um jeden Preis?

         

 

Kapitel 1: Weihnachten mit 75%igen Klassikern

Für das Weihnachtsprogramm des vergangenen Jahres hatte das ZDF einige Kinderfilm-Klassiker, die ursprünglich im 4:3-Format abgedreht und gesendet wurden, für eine Ausstrahlung im modernen 16:9-Format aufbereitet. Dies wurde mit einer Beschneidung des Ausgangs-Bildmaterials realisiert, was zu einem 25%igen Verlust an Bildinformation gegenüber dem Original führte.

Cineasten und Liebhaber klassischer Spielfilme kritisierten diese Vorgehensweise des ZDF heftig als eine „Format-Diktatur“, da Besitzer von 16:9-Fernsehern selbst per Fernbedienung entscheiden können, wie im 4:3-Format ausgestrahlte Sendungen auf dem 16:9-Bildschirm angezeigt werden. Durch die Ausstrahlung im 16:9-Format ist es nun nicht mehr möglich, die verloren gegangenen Bildinformationen zu Gesicht zu bekommen.

Die Redaktion der ZDF-Abteilung „Kinder und Jugend“ erklärte die Maßnahme inzwischen damit, dass sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer mit den neuen technischen Möglichkeiten bereits geändert hätten. „16:9 entspricht mehr dem natürlichen Sehfeld des Menschen. Bei der Umwandlung gehen wir so sorgfältig wie möglich vor, um jede Szene einzeln anzupassen, damit so wenig Bildinhalt wie möglich verloren geht. Dass früher nur 4:3 für das Fernsehen gedreht wurde, hatte keine künstlerischen Aspekte, sondern begründet sich damit, dass die technischen Möglichkeiten nichts anderes zuließen“, so die Stellungnahme des ZDF. Für die Konvertierung in 16:9 erhalte man zudem keinerlei Fördergelder, die Kosten für die Bearbeitung würden im Gegenteil zu Lasten des Kinderprogramms gehen. Ob jedoch die Ausstrahlung der neubearbeiteten Streifen vergütet wird, gab das ZDF nicht bekannt.

Die IRfz verglich daraufhin die 16:9-Fassung eines der betroffenen Filme mit der ursprünglichen Version im 4:3-Format. Die Analyse ergab, dass der Bildausschnitt für die 16:9-Ausstrahlung tatsächlich für jede Szene angepasst wurde – allerdings nicht für jeden Bildwechsel innerhalb einer Szene. Somit bleibt es weiterhin fraglich, ob diese Art der Aufbereitung seitens des Senders wirklich nützlicher für den Endkunden ist als die Formatierungs-Optionen, die 16:9-Fernseher ohnehin bieten.

Das für die Konvertierungs-Arbeiten zuständige „Technical Innovation Office“ des ZDF räumte allerdings ein, dass der Prozess einer umfangreichen manuellen Bildbearbeitung wie sie die Auskunft der Abteilung „Kinder und Jugend“ erwarten lässt, zu zeit- und kostenintensiv wäre: „Solche Arbeiten müssen bei einem wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen wie dem ZDF selbstverständlich auch in einem gewissen Kostenrahmen bleiben.“ Dennoch hält man die Umwandlung älterer Beiträge für unumgänglich: „Da sich das ZDF nicht zuletzt auch aufgrund des stetig steigenden Anteils an 16:9-Produktionen sowie 16:9-Empfangsgeräten in den Haushalten dazu entschieden hat, alle Sendungen im Bildformat 16:9 auszustrahlen, werden in 4:3 vorliegende Sendungen daher entsprechend konvertiert.“

Auch zukünftig kann also mit weiteren Ausstrahlungen von Fernsehschätzen, die von 4:3 auf 16:9 getrimmt werden, gerechnet werden. Kritische Anfragen leitet der Zuschauerservice des ZDF jedoch nach eigenen Aussagen auch weiterhin an die zuständigen Abteilungen weiter.

Um die Sendungen weiterhin in Vollbild ohne Balken sehen zu können, rieten die Zuschauerredaktionen von ZDF und KI.KA dazu, sich im Handel nach neuen technischen Geräten zu erkundigen.

links: Vorher - 17.04.2006, ZDF; rechts: Nachher - 22.12.2007, ZDF

Quellen: ZDF Kinder und Jugend, ZDF Technical Innovation Office, KiKa

publiziert am 12.02.2008, IRfz

pdf-Datei: Vom ZDF konvertierte Filme inkl. Sendetermine (Stand: Mai, 2011)

 

Kapitel 2: Reaktionen der TV-Sender auf die Kritik

ZDFtheaterkanal:

Vom ZDFtheaterkanal, der die beiden Miniserien
"Don Quijote von der Mancha" und
"Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck"
im Jahr 2007 ebenfalls im konvertierten 16:9 ausstrahlte, heißt es, dass normalerweise bei einer Restauration von in 4:3 produzierten Serien das ursprüngliche Format beibehalten wird. Allerdings waren die beiden o.g. Mehrteiler bereits Monate vor der Ausstrahlung von der Abteilung "Langzeitsicherung" aus welchen Gründen auch immer auf 16:9 getrimmt worden.
Aus Kostengründen ist der ZDFtheaterkanal aber dazu verpflichtet, diese neuen Bänder zu benutzen, wenn man bei einem weiteren Mehrteiler auf bereits restauriertes Material im 16:9-Format treffen sollte.

ZDF:
Von der ZDF-Abteilung "Kinder und Jugend", die die Konvertierung einiger Märchen- und Astrid-Lindgren-Filme in Auftrag gab, was angeblich den sich verändernden Sehgewohnheiten der Zuschauer entgegenkäme, heißt es inzwischen außerdem: "Die technische Entwicklung ermöglicht uns bei vielen "alten Klassikern" eine verbesserte Bildqualität zu erzielen, die wir unseren Zuschauern zeigen möchten." Für das Osterprogramm sind daher mit "Pippi Langstrumpf (S/D, 1968)" und "Michel in der Suppenschüssel (S, 1971)" auch wieder zwei konvertierte Klassiker eingeplant. Die alten MAZen im 4:3-Format liegen dem ZDF aber noch vor. Schriftlich geäußerte Zuschauerwünsche nach den ursprünglichen Versionen werden nach Aussage des ZDF an die Programmplanung weitergeleitet.

KI.KA:
Der KI.KA, der die beiden vom ZDF konvertierten Märchenfilme "Der Froschkönig" und "Frau Holle" ebenfalls im Januar gezeigt hat, äußerte sich erwartungsgemäß zu dem Thema:
"Die Entscheidung, welche Sendung in welchem Format ausgestrahlt wird, liegt bei der federführenden Anstalt, die die Sendung produziert bzw. zuliefert. Im Falle von "Der Froschkönig" und "Frau Holle" ist das beispielsweise das ZDF. Wir haben also keinen Einfluss darauf, in welchem Format die Sendung zugeliefert wird."
Die IRfz zweifelt die Gültigkeit des letzten Satzes dieser Aussage an, da es von Seiten des ZDF heißt, dass die Entscheidung, welche vom ZDF zugelieferte Sendung vom KI.KA ausgestrahlt wird, dem KI.KA selbst obliegt. Eine "direkte" Einflussnahme auf die Programmgestraltung des KI.KA durch das ZDF sei nicht möglich.
Weiter heißt es vom KI.KA: "In der nächsten Zeit wird es allerdings keine Komplettumstellung auf 16:9 geben, also werden wir auf absehbare Zeit den "Mischbetrieb" weiterführen."

ARD:
Bei den ARD-Anstalten WDR, NDR, SWR, MDR und RBB gibt es derzeit keine Pläne, ganze in 4:3 vorliegende Filme und Serien umzuformatieren, da der Aufwand zu hoch ist. Wenn Auszüge in aktuelle Sendungen aufgenommen werden, obliegt es den jeweiligen Redaktionen, das Format zu wählen. Entweder wird in das Originalmaterial "hineingezoomt" oder unter Beibehaltung des 4:3 Seitenverhältnisses über schwarze Balken angepasst. HR und BR haben sich zu der Thematik bislang nicht geäußert.

Quellen: ZDFtheaterkanal, ZDF, KiKa, WDR, NDR, SWR, MDR, RBB

publiziert am 19.03.2008, IRfz

pdf-Datei: Vergleich-Screenshots - "Pippi Langstrumpf" in 4:3 und 16:9

Forumsdiskussion: http://forum.digitalfernsehen.de/forum/showthread.php?t=175228

 

Kapitel 3: RBB und die „Einzelfälle“

Obwohl der RBB noch im Februar behauptete, dass eine Konvertierung von älteren Filmen, wie sie das ZDF jüngst prakitizierte, nicht geplant sei, wurden im März vier Märchen, für die der RBB federführend ist, im konvertierten 16:9-Format gesendet:

21.03.08, KI.KA: Die Bremer Stadtmusikanten (1959)
25.03.08, KI.KA: Tischlein deck dich (1956)
26.03.08, KI.KA: Aufruhr im Schlaraffenland (1957)
29.03.08, KI.KA: Rumpelstilzchen (1955)

Nach Auskunft der MDR Zuschauerredaktion soll es einen gemeinschaftlichen ARD-Beschluss geben, die Filme im 16:9-Format auszustrahlen. Da es sich um Neuankäufe handelt, die von allen ARD-Anstalten gemeinschaftlich bezahlt werden, habe die ARD beschlossen, Spielfilme im 16:9-Format zu senden. Der RBB habe die Federführung für den Ankauf der alten BRD-Märchen und diese vom 4:3- auf das 16:9-Format umspielen lassen.

Der RBB betonte erneut: „Eine Konvertierung des gesamten Bestandes oder von älteren Filmen ist allerdings derzeit nicht geplant.“ Obwohl es sich bei den o.g. Titeln eindeutig um „ältere Filme“ handelt, räumt der RBB jetzt ein: „Allerdings kann es in Einzelfällen und nach dem ausdrücklichen Wunsch der Redaktion oder des ausstrahlenden Senders zu Konvertierungen einzelner Filme oder Sendungen kommen.“

Ob die Konvertierung auf Wunsch des KI.KAs, der die Filme im Ferienprogramm zeigte, vorgenommen wurde, ist aber nicht klar. Der KI.KA verweist lediglich darauf, die Filme so auszustrahlen, wie sie von der jeweiligen Anstalt zugeliefert werden. Unklar bleiben damit auch folgende Fragen:
Wird der KI.KA nun auch bei zukünftigen Wiederholungen nur noch die beschnittenen 16:9-Versionen zeigen? Und sollen nun alle BRD-Märchen aus dem RBB-Archiv konvertiert werden, oder bleibt es bei den vier bereits ausgestrahlten Titeln? Immerhin kamen bei den Ausstrahlungen von "Der gestiefelte Kater" (1955, Zulieferung vom RBB) am 06.04.08 und "Der Wolf und die sieben Geißlein" (1957, Zulieferung vom RBB) am 27.04.08 im KI.KA wieder Originalfassungen im 4:3-Format zum Einsatz.

Quellen: MDR, RBB, KiKa

publiziert am 16.04.2008 (aktualisiert am 01.05.2008), IRfz

 

Kapitel 4: Erklärung und Stellungnahme des RBB

Wie sich bei den Ausstrahlungen im Programm des RBB herausgestellt hat, wurden in der Tat 14 deutsche Märchenfilme, für die der RBB federführend ist, von 4:3 auf 16:9 konvertiert - mit den bekannten Konsequenzen für die ursprünglichen Bildinhalte.
Hierzu heißt es vom RBB: „Entsprechend unseres neuen Programmformats versuchen wir, möglichst viele Filme in dem neuen Format anzubieten. Dabei werden von uns normalerweise keine alten Filme in das 16:9 Format umgeschnitten, aber wir nutzen wenn vorhanden die 16:9 Fassungen von Filmen.“ Schriftlich geäußerte Zuschauerwünsche, bei älteren Märchenfilmen das alte 4:3-Format beizubehalten, werden jedoch gerne an die Familienredaktion des Senders weitergegeben.

Zudem konnte in Erfahrung gebracht werden, dass es eine ARD-Richtlinie gibt, die für alle ARD-Anstalten bindend ist und die besagt, dass sämtliche 35mm-Spiel- und Märchenfilme in 16:9 gesendet werden. Dies sei ohne Bild- und Tonverluste möglich.
Die IRfz geht davon aus, dass es sich bei den betroffenen Märchenfilmen offenbar nicht um 35mm-Material handelt, da die Ausstrahlung dieser Filme im 16:9-Format eindeutig mit Bildverlusten verbunden ist.

Der RBB erklärt außerdem: „Der rbb entscheidet nicht, welches Filmformat der KIKA ausstrahlt. Wir bieten dem KIKA entsprechende Möglichkeiten, Filme im 4:3 oder 16:9 Format zu bekommen. Wenn beide Formate vorliegen, kann die Redaktion des KIKA eigenständig entscheiden, welche Version angeboten wird. Da derzeit das Programm der ARD-Anstalten komplett auf 16:9 umgestellt wird, nutzen viele Redakteure lieber die 16:9 Konvertierung als das 4:3 Original, um ein einheitliches Bildformat anzubieten. Dabei hat der rbb keinen Einfluss auf die Entscheidungen der KIKA-Redaktionen, sondern liefert nur die gewünschten Filme zu.“
Damit bestätigt der RBB die Vermutung der IRfz, dass die Aussage des KI.KAs nicht korrekt ist. Der KI.KA hatte die Verantwortung von sich gewiesen und betont, dass die Entscheidung, in welchem Format die Märchen im KI.KA gezeigt werden, von der zuständigen Rundfunkanstalt getroffen würden
.

Quellen: RBB, MDR

publiziert am 16.05.2008, IRfz

pdf-Datei: Vom RBB konvertierte Märchenfilme inkl. Sendetermine (Stand: Mai, 2011)

 

Kapitel 5: ZDF stoppt Konvertierung des 4:3-Formates / ARD stutzt EM-Klassiker zurecht

Nachdem das ZDF zunächst noch die These vertrat, dass Zuschauer mit einem 16:9-Gerät vom Sender erwarten würden, dass alle Sendungen (also auch ursprünglich in 4:3 vorliegende) im 16:9-Format ausgestrahlt werden, nimmt die Diskussion eine überraschende Wende.
Das ZDF erklärt nun: "Nach eingehenden Prüfungen hat die für die "alten Märchenfilme" oder auch die "Pippi Langstrumpf"-Filme zuständige Redaktion beschlossen, die Konvertierung des 4:3-Formats in 16:9 ab sofort zu stoppen, d.h. diese Filme werden in Zukunft wieder in der herkömmlichen Fassung 4:3 ausgestrahlt."
Die mehrmaligen kritischen Anmerkungen der Zuschauer haben nach Angaben des ZDF zu dieser Entscheidung maßgeblich beigetragen. "Dies zeigt einmal mehr, dass uns unsere Zuschauer sehr am Herzen liegen und jede Reaktion schnellstmöglich bearbeitet wird."

Die IRfz begrüßt diese löbliche Entscheidung vom ZDF außerordentlich und bedankt sich für die souveräne und zuschauerfreundliche Reaktion auf die Kritik der Gebührenzahler.
Außerdem bedankt sich die IRfz bei all den Zuschauern, die mitgeholfen haben, die Kritik an den Konvertierungsarbeiten beim ZDF anzubringen!

Es bleibt noch abzuwarten, ob der RBB sich ebenso vorbildlich verhält und versucht, eine Lösung für die Problematik anzubieten. Sobald hier eine Entscheidung gefallen ist, wird die IRfz darüber informieren.

In der Kritik steht ebenfalls die Konvertierung diverser Fußball-EM-Spiele, die im Ersten und den dritten Programmen Ende Mai und Anfang Juni wiederholt wurden. Das Originalmaterial liegt im 4:3-Format vor. Jedoch kam es auch hier durch die Konvertierung in das 16:9-Format zu Bildverlusten. 

Quellen: ZDF, ARD

publiziert am 18.06.2008, IRfz

 

Kapitel 6: ZDF bleibt doch bei 16:9-Versionen / Kompromisslösung beim RBB in Sicht(?)

Obwohl das ZDF noch im Juni beteuerte, die von der Konvertierung betroffenen Filme zukünftig wieder in der herkömmlichen Fassung (4:3) auszustrahlen, wird diese Zusage im diesjährigen Weihnachtsprogramm nicht eingehalten. Alle angekündigten Filme der Reihen "Pippi-Langstrumpf" und "Immer dieser Michel" sind wiederum in der 16:9-Konvertierung angekündigt - sogar der in 1.33:1 Vollbild produzierte Spielfilm "Pippi geht von Bord", der in der 16:9-Version ganze 25% Bildanteil einbüßt. (Auch die aktuelle Wiederholung der Mehrteiles "Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck" auf BRalpha erfolgt in der konvertierten 16:9-Fassung, wobei diese nicht in den Zuständigkeitsbereich der ZDF-Kinder-und-Jugend-Redaktion fällt.)

Bereits am 3. Oktober hatte 3sat den ZDF-Märchenfilm "Dornröschen" von 1990 in einer konvertierten Fassung gesendet. Das ZDF gab als Grund an, der Spielfilm wäre bereits vor der Entscheidung im Juni konvertiert worden und man wolle diese Version daher auch zeigen. Zu diesem Zeitpunkt ging die IRfz noch davon aus, dass das ZDF lediglich Wert darauf legte, die bereits konvertierten Fassungen wenigstens einmal auszustrahlen, sich aber an seine grundsätzliche Zusage noch halten würde. Davon kann angesichts der aktuellen Programmplanung nicht mehr ausgegangen werden. Entgegen der früheren Auskunft, die konvertierten Filme wieder im 4:3-Format zu senden, behauptet das ZDF nun: "Einige älterer Kinder- und Jugendfilme wurden inzwischen in das 16:9-Format konvertiert. So auch Filme der "Pippi Langstrumpf"- und "Michel aus Lönneberga"-Reihen. Diese werden auch nach wir vor in dieser Fassung ausgestrahlt. Weitere Konvertierungen wurden jedoch mittlerweile gestoppt. Soweit uns bekannt ist, existieren die Pippi-Filme aber in der 4:3-Fassung auf DVDs bei unserem ZDF-Shop und im Handel."
Da die IRfz nicht nachprüfen kann, welche Filme (angeblich) vor dem Stopp der Konvertierungsarbeiten bereits bearbeitet wurden, ist zu befürchten, dass in den kommenden Monaten noch weitere in 1.33:1 produzierte Filme nur in konvertierten 16:9-Versionen angeboten werden, die vorher in 4:3 gesendet wurden. So werden am 25.12.08 und 01.01.09 erstmals die ZDF-Märchen "Aschenputtel" und "Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge" in 16:9 gezeigt.

Die IRfz ist bitter darüber enttäuscht, dass das ZDF seine im Juni 08 gegenüber engagierten Zuschauern gemachte Zusage nicht einhält. Angesichts der aktuellen Situation kann die IRfz der Auskunft, die Konvertierungsarbeiten wären gestoppt worden, nicht mehr voll vertrauen. Die IRfz hofft darauf, dass sich das ZDF die Option offenhält, auch die bereits konvertierten Filme mal wieder im 4:3-Format anzubieten.

Besser sieht es momentan für die Originalversionen der deutschen Märchenfilme aus dem RBB-Katalog aus. Ein positiver Ausblick bot sich am 4.10., als der Film "Rotkäppchen (D, 1954)" im MDR in 4:3 gezeigt wurde. (Einige Wochen zuvor hatte der MDR die 16:9-Version gezeigt.) Zwar sind die 4:3-Urmasterbänder laut MDR angeblich nicht mehr sendefähig. Die sehr alten Filme sollen aber wieder neu abgetastet worden sein und neben den 16:9-Mastern liegen nun auch neue Master im 4:3-Format vor. In der Tat waren auch im Dezember und Januar (vor allem beim hr-fernsehen) mehrere Ausstrahlungen im 4:3-Format angekündigt:

04.10.2008, 09.35 Uhr, MDR: Rotkäppchen (1954) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]

07.12.2008, 13.45 Uhr, MDR: Rumpelstilzchen (1955) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
14.12.2008, 09.50 Uhr, HR: Die Bremer Stadtmusikanten (1959)
[Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
14.12.2008, 11.05 Uhr, HR: Frau Holle (1961)
[Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
21.12.2008, 10.35 Uhr, HR: Der gestiefelte Kater (1955) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
21.12.2008, 11.40 Uhr, HR: Der Wolf und die sieben Geißlein (1957) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
28.12.2008, 09.55 Uhr, HR: Rübezahl - Herr der Berge (1957)
[Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
28.12.2008, 10.20 Uhr, WDR: Die Bremer Stadtmusikanten (1959) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
01.01.2009, 10.05 Uhr, HR: Max und Moritz (1956) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]

Bedauerlicherweise hielt der HR seine Ankündigungen nicht ein und zeigte die konvertierten Filme. NDR, RBB und DasErste zeigten ebenfalls ausschließlich 16:9-Versionen im Weihnachtsprogramm, was allerdings auch vorab in den Programminformationen angemerkt wurde. Somit besteht vorerst nur die Hoffnung, dass der MDR und evtl. auch der KI.KA zukünftig wieder die 4:3-Originale senden werden.

Weitere Termine von angekündigten 4:3-Versionen erscheinen hier, sobald sie der IRfz bekannt sind. Leider kann die IRfz nicht beeinflussen, ob der jeweilige Sender seine Ankündigung einhält:

18.01.2009, 12.00 Uhr, KIKA: Der Wolf und die sieben Geißlein (1957) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
22.03.2009, 10.03 Uhr, Das Erste: Der gestiefelte Kater (1954) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
07.06.2009, 12.00 Uhr, KIKA: Der gestiefelte Kater (1954)
[Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
13.07.2009, 14.30 Uhr, MDR: Die Heinzelmännchen (1956)
[Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
24.07.2009, 15.10 Uhr, RBB: Rotkäppchen (1954) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
16.08.2009, 12.00 Uhr, KIKA: Schneeweißchen und Rosenrot (1955) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
06.09.2009, 12.00 Uhr, KIKA: Schneewittchen (1955) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
11.10.2009, 12.00 Uhr, KIKA: Frau Holle (1961) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
02.01.2010, 17.35 Uhr, MDR: Rübezahl - Herr der Berge (1957) (Wdh. 03.01.2010, 6.20 Uhr
) [Ausstrahlung leider doch in 16:9 erfolgt]
10.01.2010, 14.00 Uhr, MDR: Die Heinzelmännchen (1956) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]
25.04.2010, 12.00 Uhr, KIKA: Der Wolf und die sieben Geißlein (1957) [Ankündigung eingehalten - Vielen Dank!]

Sofern die Ankündigungen tatsächlich wahr gemacht werden, was erfahrungsgemäß leider nicht immer der Fall ist, kann die IRfz diese Lösung nur begrüßen und bedankt sich ganz besonders bei den TV-Anstalten, die die Originalversionen ohne Bildverluste im 4:3-Format in ihrem Programm anbieten.

Quellen: ZDF, MDR, prisma-online

publiziert am 04.12.2008-04.09.2010, IRfz

 

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